‘Satire‘


Herr Kübel und Herr Drehstuhl

Herr Kübel seufzt grad aus dem Vollen,
denkt an Frau Sofa, Liebe, Glück,
da hört er neben sich ein Rollen:
Herr Drehstuhl rückt in seinen Blick.

„Der ist ja ziemlich ramponiert“,
denkt Kübel, doch er sagt es nicht.
Herr Drehstuhl aber kokettiert,
setzt auf ein schwärmerisch Gesicht:

„Na Schatz, wie wär es mit uns beiden?“
Herr Kübel ist darob erschrocken,
doch will Verletzung er vermeiden.

Herr Drehstuhl hört schon Hochzeitsglocken.
„Bin hetero und werd‘ es bleiben!“
erwidert Kübel staub und trocken.


Doch das ist lang noch nicht das Ende! Gibt es für Kübel eine Wende? Rosa Sofa 2.0




BART-Fragen – gegen den Strich gebürstet

Hockten bärtige Götter schon
zwischen den Säulen im PARThenon?

Wurden Griechen gleich ganz panisch,
kam ihnen ein SPARTaner spanisch?

Ob Töne der BARDen so grausam klangen,
weil sich ihr Haar in der Harfe verfangen?

Warum LangoBARDen so herzhaft fluchten,
wenn in der LomBARDei sie nach Beute suchten?

Jagten Walfänger einst auch einmal
ganz BARTlos nach dem BARTenwal?

Geierten BARTlose Jäger auf Eier
in den Nestern der BARTgeier?

Schleichen BARTlos die BARTagamen
zu ihren BARTagamendamen?

Ob Theologen sich wohl ernsthaft fragen,
warum BARTholomäus BART getragen?

Weshalb Experten sich mit der Frage quälen
ob B-Movies wohl zu B-ART zählen?

Warum sorgt bei Lactoseunverträglichkeit
ein MilchBART doch nicht für Heiterkeit?

Bescherte das „i“ mitten im BARiTon,
als Gickser ihm den falschen Ton?

Gab der Gruß an Bärtige in Tasmanien,
HoBART seinen bärtigen Namen?

Gehört’s für Bärtige zum guten Ton,
BARTlosen zu geben PARTout kein PARDon?

Hat ein weiblicher BARTender Durst,
mutiert er dann zu Conchita Wurst?

Dieses Wissen ist BARTträgern nicht exklusiv,
auch Menschen mit DamenBART schürfen oft tief!


bart




Des gehd auf kan Biadeggl

Übaflüssigs

So wia di Athena sogn,
das ma eana kane Euln bringan soin,
sog i, a noch Ottakring brauchd ma ka Bia drogn.

Rednsoat

Zu an Buagnlandler und an Wachauer
kaun i schlechd sogn: des is dei Bia!
Do muas ma scho an Wein nemma.

Oatsfremd

Wem ma jemaund aum Münchna Oktobafest
reinan Wein eischenkn wü,
daun muas ma damid a rechna,
das ea an a Måß auf’n Schädl haud.

Fögriff

Waun a echda Weindrinka
amoi Schaum vorm Mund hod,
daun hod ea woascheinlich
des foische Glasl dawischd.

Menganleere

Waun i Bia drinkn wü,
daun is ma a Flaschl zwenich.
Drum kauf i mia’s Bia
imma glei kistenweis.
Oda wia die Deitschn sogn: an Kostn!


Veröffentlich in DUM – das ultimative Magazin, No.: 82/2017, BIER – Vom Fass bis Ottakring, S. 19.




© Werner Stangl Linz 2018