‘Die Rampe‘


Herbst.Fluss

Der herbstliche Sturm
sticht mit seinen Rabenschnäbeln
ein verspätet blaues Feld
in die Wolkenlandschaft.

Ein Sonnenfeuer entzündet
das müde Laub der Äste,
der Wald lodert auf
zu einem letzten Gebet.

Der gleißende Schrei der Möwen
frisst das Glitzern des Flusses,
das Dunkel seiner Tiefe
tanzt auf den Kronen der Wellen.


[Verzeichnis der Texte]

Der Fluss

Der erste Schnee
liegt an der Böschung des Flusses,
der schläfrig und grau
die Fährnisse des Tages mit sich nimmt.

Schwarze Vögel schreiben
ihre eiligen Spuren,
die bald gelöscht sein werden
vom gnädigen Ostwind.

Der Fluss hat keine Erinnerung,
er verzeiht das Gestern,
doch er verspricht kein Morgen.
Lachen und Tränen sind ihm eins.

Er fordert nichts,
er kennt keine Sehnsucht
und hat keine Träume.

Weggabelung Wegkreuzung a&c


[Verzeichnis der Gedichte]

© Werner Stangl Linz 2017