Linzer Auge, gestrandet

Das Linzer Auge liegt an Land
und wollte doch so gerne schwimmen.
Nun ruht es stumm an Urfahrs Strand
und aus dem Aug‘ die Tränen rinnen.

Tief drin, in seinem rost’gen Herzen
spürt jetzt es nur Verbitterung,
doch äußerlich an seinem Rumpf
schmerzt heftig die Zerknitterung.

Die Hoffnung auf ein langes Drehen
war am Fronleichnamstag zerrissen.
Man kann die Resignation verstehen:
die Zukunft ist total beschissen.

Linzer Auge gestrandet
[Bild aus der Fotostrecke Linzer Auge, gestrandet , Werner Stangl 2010]


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Zu “Linzer Auge, gestrandet”

  1. sternchen

    Es wollte nicht mehr sein
    wo alle es verlachten
    es war zu zart, zu klein
    verletzt wie sie nie dachten

    So ließ es einfach los
    als Wellen es umspülten
    in tiefes Wasser bloß
    wo tote Seelen fühlten

    Der Himmel hat geweint
    der Tränen stiller Glaube
    im Strome nur vereint
    mit dem verlinzten Auge

Linzer Auge, gestrandet

© Werner Stangl Linz 2017