Der Fluss
Der erste Schnee liegt an der Böschung des Flusses, der schläfrig und grau die Fährnisse des Tages mit sich nimmt. Schwarze Vögel schreiben ihre eiligen Spuren, die bald gelöscht sein…
Der erste Schnee liegt an der Böschung des Flusses, der schläfrig und grau die Fährnisse des Tages mit sich nimmt. Schwarze Vögel schreiben ihre eiligen Spuren, die bald gelöscht sein…
Das erste Spielzeug ist zerbrochen. Auf dem Herd zerköcheln die Lügen der Familienbesuche. Die Fotos vom Weihnachtsabend werden auf Festplatten abgelegt, aus der Erinnerung gelöscht. Die Mühen des weihnachtlichen Tauwetters…
Du standest nach langer Wanderung Am Ufer deines Flusses, Wie ich am Ufer meines Flusses stand. Müde geworden und schweigsam Tauchten wir beide in die Fluten, Suchten die Tiefe und…
Auf einem rostfarbenen Lastkahn strecken zerschweißte Träger der Eisenbahnbrücke ihre Wunden in den blassblauen Sommersamstagshimmel. Aus dem eventtruckzerpflügten Gras starren das dunkelheitsverbrannte Bühnenrechteck und die aneinandergereihten Sanitärquadrate den Flanierenden vergelbt…
bin ich? werde ich? war ich? zwängend gezwungen in das ragen der felsen brechend gebrochen von den ufern verdammt packend gepackt kein bleiben stets ein vorbei reißend mitgerissen ohne zeit…
Das Heft 2/2014 der Literaturzeitschrift „Die Rampe” widmet sich der Donau, dem zweitlängsten Strom Europas, der von Donaueschingen bis ins Schwarze Meer zehn Länder durchfließt. Die AutorInnen dieses Themenheftes nähern…
In Italien packt den Biber ein übergroßes Reisefieber, drum baut die Dämme lieber jetzt er am Po anstatt am Tiber. Hier bis zu seinem Tode blieb er und Baugeschichte schrieb…
Auf der Donau schwimmen Wasserleichen, diese aufgeduns'nen, bleichen, denen Gase schon entweichen. 's ist ein Treiben ohnegleichen! Tage werden noch verstreichen, eh' sie das Tote Meer erreichen. Um die Bilanzen…
Auf der Eisenbahnbrücke rollen die Fahrzeuge ihr Ta-ta-tata auf die imaginären Schwellen, hinter den drängenden Rädern wirbelt der Wind, staubballend auf und nieder, ta-ta-tata. Ein Schubschiff kreuzt unter dem Ta-ta-tata…
Noch tragen die Eichen das Laub der alten Tage, die Stürme des Neuen greifen entschlossen nach den brüchig gewordenen Ästen. Das Geschnatter der Böen zerbricht das Blau des Himmels im…
Die Möwen stehen über dem Fluss im Wind und halten die Zeit an. Das herbstliche Licht erschöpft sich im Grau ihres Gefieders. Im Stillstand schichten sich flüchtige Bilder, türmen sich…
Der Wind in den Gräsern ist erloschen, das letzte Azur beugt sich über den Fluss, die Flammen züngeln schon an den Alleen. Die Tore der Scheunen sind geschlossen, das graue…
Über Nacht hat ein windiger Geselle die Allee am Flussufer in Brand gesteckt. Mit seinen stürmischen Backen schürt er die Flammen. Das rote Lodern des Ahorns züngelt um die Wette…
Die späten Rosen des Sommers tanzen im flüsternden Wind am Ufer des Flusses. Sie berühren einander, lächelnd. Beinahe verschämt senken sie ihre reifen Blüten. Sie stoßen aneinander, einander sanft verzeihend.…
Ei! Ei! Wer hätte das gedacht: das Linzer Auge leuchtet in der Nacht und hält in Urfahr stille Wacht. Und auch das AEC ist munter, doch leuchtet es viel bunter.…
An manchen Tagen stirbt die Zeit, mit ihr die Götter, die sie stumm begleiten. Dein stetes Sein zerfällt in tausend Zweifel, und aus den Scherben formen sich Chimären. Auch die…
Ich gleite durch den Tag hindurch. Das Leben atmet mich, die Gegenwart fließt unmerkbar in eine unersehnte Zukunft. Nichts hat Bestand, die ewig gleiche Wiederkehr des Gestern. Was früher ein…