‘Slam Poetry‘


Das Blumenmassaker

Man verkauft heut’ rote Rosen
auch schon in Konservendosen.
Pfingstrosen muss man dafür reiben,
oder auch in Scheiben schneiden.
Gänseblümchen kann man häckseln,
aus Sonnenblumen Zäune drechseln.
Margeriten sind an vielen Ehen schuld,
beim Zupfen braucht man halt Geduld.

Häufig hört man Akeleien
quer durch alle Gärten schreien,
wenn die Rasenmäher rattern
alles unter sich zerflattern.
Auch die meisten Azaleen
kann man gut dabei verstehen,
wenn sie um ihr Dasein bangen
nach Naturschutz dann verlangen.,
Und die Mimosen sind entsetzt,
wenn man bloß die Sichel wetzt.

Veilchen kann man ganz leicht knicken,
wenn sie aus der Erde blicken,
bei Tulpen ist das eher schwer,
da braucht man schon ein Schießgewehr.
Auch Nelken soll man nicht verschonen,
ein Gleiches gilt für Anemonen.
Für Hyazinthen kann ich auch nicht bürgen,
die muss man instantan erwürgen.
Der Löwenzahn zählt zu den größten Plagen,
den kann mit Harken man erschlagen.

Schneeglöckchen läuten oft so laut
dass man sie gleich in Stücke haut,
Maiglöckchen bleiben giftig klein,
mischt man sie doch beim Bärlauch ein.
Glockenblumen sind ein Graus,
die jagt man besser gleich hinaus.
Osterglocken sind genau so übel,
die steckt man in den Abfallkübel.
An Petunien bleibt man kleben,
drum lässt man sie nicht lange leben.

Kornblumen sind im Grunde schüchtern,
erträglich nur wenn man nicht nüchtern.
Vergissmeinnicht, die bleiben still,
auch wenn man sie verprügeln will.
Herbstzeitlosen muss man schnell entsorgen
oder sie den bösen Nachbarn borgen.
Hortensien wirft man nach den Müttern,
mit Ringelblumen kann man Schafe füttern.

Lilien, Iris, Phlox und Primeln
lässt in der Nässe man verschimmeln.
Stiefmütterchen sind zu entwurzeln,
denn über diese kann man purzeln.
Löwenmaul, Jasmin, Narzissen
werden gleichfalls ausgerissen.
Was geschieht mit Freesien?
Die schickt man nach Tunesien.

Nicht zu den Blumen zählt der Flieder,
drum schneidet man ihn gleich ganz nieder.
Auch Heckenrosen sind entbehrlich,
sind ihre Dornen doch gefährlich.
Auf Lavendel kann man ganz verzichten,
auch Rittersporn muss man vernichten.
Nur Astern darf man stehen lassen,
da sie im Winter ohnehin verblassen.

Blumen Massaker

Verfasst für DUM – das ultimative Magazin Nr. 92: DUM 92: BLUMIG Von Wiese bis Wein.




Ollahaund

Mia san olle midanaund
in unsam Laund
bis zum Raund
aum Saund.
Drübm beim Wirschtlstaund
stengans beinaund,
mit an Braund
und an Bia in da Haund.
A Kotz im Glitzagwaund
lahnt a aun da Waund.
Haum de midanaund
denn goa kan Vastaund?
Des is ollahaund!




BART-Fragen – gegen den Strich gebürstet

Hockten bärtige Götter schon
zwischen den Säulen im PARThenon?

Wurden Griechen gleich ganz panisch,
kam ihnen ein SPARTaner spanisch?

Ob Töne der BARDen so grausam klangen,
weil sich ihr Haar in der Harfe verfangen?

Warum LangoBARDen so herzhaft fluchten,
wenn in der LomBARDei sie nach Beute suchten?

Jagten Walfänger einst auch einmal
ganz BARTlos nach dem BARTenwal?

Geierten BARTlose Jäger auf Eier
in den Nestern der BARTgeier?

Schleichen BARTlos die BARTagamen
zu ihren BARTagamendamen?

Ob Theologen sich wohl ernsthaft fragen,
warum BARTholomäus BART getragen?

Weshalb Experten sich mit der Frage quälen
ob B-Movies wohl zu B-ART zählen?

Warum sorgt bei Lactoseunverträglichkeit
ein MilchBART doch nicht für Heiterkeit?

Bescherte das “i” mitten im BARiTon,
als Gickser ihm den falschen Ton?

Gab der Gruß an Bärtige in Tasmanien,
HoBART seinen bärtigen Namen?

Gehört’s für Bärtige zum guten Ton,
BARTlosen zu geben PARTout kein PARDon?

Hat ein weiblicher BARTender Durst,
mutiert er dann zu Conchita Wurst?

Dieses Wissen ist BARTträgern nicht exklusiv,
auch Menschen mit DamenBART schürfen oft tief!


bart




SIEB.10 @ 4711 ::

© Werner Stangl Linz 2020