Im stillsten Winkel
des Friedhofs der Erinnerungen
will ich ein Grab ausmessen,
so weit, dass es ein Leben fassen kann.
In ihm will ich begraben
jenen schon so fernen Tag,
als ich zum ersten Mal dich sah,
den mir so teuren Augenblick,
als ich den Treuering
an deinen Finger steckte,
und jene selt’nen Stunden,
als du von Liebe sprachst.
In ihm will ich begraben
die Hoffnung und die Worte,
aus denen ich uns eine Welt gebaut,
das Lachen und die Stille,
die uns gemeinsam
und doch einsam waren,
die Tränen, die du nicht geweint,
und deinen kühlen Zorn,
der einem Herzen galt,
das doch nur lieben wollte.
Du magst die Worte finden,
die du in jenen Stein nun schreibst,
den Stein,
der du bist.

stein-kreuz


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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. interfromm

    Metaphern sind gute Verstecke.
    interfromm

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