Das Taglicht wickelt sich aus dem Dunkel,
rollt über den Horizont.
In einem Ritardando noch,
fädelt es sich als Dämmerung
zwischen die nachttrunkenen Häuser.

Die Fenster holen verschlafene Gedanken
in ihren Spiegeln neugierig zurück.
Durch die halb geöffneten Jalousien
läuft das Taglicht wie auf einem Rost
aus Streifen von Gestern und Heute
in die erwachenden Gedanken.

Langsamer als in den Gassen
gleitet das Taglicht durch die Gärten,
hängt sich an die Rosen,
wo du es finden kannst.
Die Zeit kehrt zurück in die Schale.


Veröffentlicht in der Alberndorfer Anthologie Nr. 12, Verlag Freya, Linz, 2020.