Sie wollten,
dass ich gerade stehe.
Als ließe sich ein Mensch
mit einem Lineal vermessen.

Ich streckte mich
dem Licht entgegen,
das längst nur noch
ein Versprechen war.

Jedes Jahr
legte einen Ring
um mein Schweigen.
Und ich wuchs
in ein Leben,
das nie ganz meines war.

Ich bin geblieben.
Nicht so,
wie ihr mich sehen wolltet.

Ich habe mich gebeugt,
doch nie verloren.

Man nennt das Leben.
Ich nenne es:
bei mir geblieben sein.

»Bieg dich«,
habt ihr gesagt.
»Wer weich ist,
zerbricht nicht.«

Doch das Brechen
kommt leise.
Es beginnt dort,
wo die eigene Stimme
immer seltener
den eigenen Namen kennt.

Ich lernte,
mich nach den Moden zu richten,
die nie meine waren.

Unter meiner Haut
wohnen Geschichten,
die niemand erzählt.

Manchmal
steht ein Mensch noch,
lange nachdem
etwas in ihm gefallen ist.

Ich trage
die Spuren
ungelebter Leben.
Ihr nennt das
Vernunft.
Ich nenne es
Erinnerung.

Ich stehe.
Nicht aus Stärke.
Nicht aus Trotz.

Nur weil ich
nicht länger
jemand anders
werden will.

Wenn das
Aufrechtsein ist,
dann endlich
auf meine Weise.



Text: W. S.
Stimme: W. S.
Musikalisches Arrangement: W. S.
Musik: W. S. & Suno
Chansontext nach dem Gedicht Aufrecht.

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