Halb.Töne
Unter den Flügeln des Gesanges lauert am Ganges ein langes Ges. Zwischen den Noten des Liedes verkümmert indes ein müdes Des. Und während des Schlafes im Blöken des Schafes ein…
Unter den Flügeln des Gesanges lauert am Ganges ein langes Ges. Zwischen den Noten des Liedes verkümmert indes ein müdes Des. Und während des Schlafes im Blöken des Schafes ein…
Wenn ich an meinem Schreibtisch nach einem neuen Wort fisch, ist das nicht automatisch zugleich auch literarisch. Das meiste ist dann mehr pragmatisch, kunstlos gebaut, korrekt syntaktisch, im Regelfalle nicht…
Du standest nach langer Wanderung Am Ufer deines Flusses, Wie ich am Ufer meines Flusses stand. Müde geworden und schweigsam Tauchten wir beide in die Fluten, Suchten die Tiefe und…
Immer, wenn die Schatten fallen, zwischen Dunkelheit und Tag, fliehe ich die Gegenwart und suche die versäumte Zeit, in der Erinnerungen schlafen. Ich träume jenen fernen Traum, in dem Gedanken…
Man verkauft heut' rote Rosen auch schon in Konservendosen. Pfingstrosen muss man dafür reiben, oder auch in Scheiben schneiden. Gänseblümchen kann man häckseln, aus Sonnenblumen Zäune drechseln. Margeriten sind an…
Ich: Hey Siri! Siri: Hmm? Ich: Wie ist mein sozialer Status? Siri: Du bist mit 17 Personen und 3 Gruppen in WhatsApp verbunden. Wem willst du eine Nachricht schreiben? Ich:…
Ich will Euch damit nicht verschrecken, doch ein Geheimnis muss ich heut' aufdecken: Warum Laufenten ihre Hälse recken, und mangels Zähnen ihre Schnäbel blecken: Sie wollen an der Schleimspur schlecken,…
Herr Honda sagt zu seiner Vespa: "Komm, machen wir doch jetzt Siesta." "Gute Idee, mein liebster Bester, ich sag es nur noch meiner Schwester." Später, während der Siesta, drückt Herr…
I Wie Ode an die … Öden Oden an? Anoden? Mit dem Powerbook andocken ans Netz … Den Stecker des Netzgerätes in die Steckdose des Intercity 740 „Licht für die…
Abschied Du hieltest lang in deinen Händen das dunkle Gesicht der Nacht, als wäre es von einem Dämmern erhellt. Beim Abschied sah ich, wie die Sonne in den Buchten deiner…
Mia san olle midanaund in unsam Laund bis zum Raund aum Saund. Drübm beim Wirschtlstaund stengans beinaund, mit an Braund und an Bia in da Haund. A Kotz im Glitzagwaund…
Wenn du behutsam durch den Park gehst, hörst du vielleicht die Blätter, die hinter dir herflüstern, dir vom Sommer erzählen, von der längst vergessenen Sehnsucht des Frühlings. Und der von…
Herbst! Herbst! Schickst die Natur auf Chlorophyllentzug, stiehlst karge Sonnenstunden aus den engen Tälern. Du treibst die Nebelfetzen als Boten läng'rer Nächte durch die Gassen. Du täuschst mit deinen Farben…
Wildwuchernde Winde Es sieht jeder Blinde: Die wuchernde Winde wächst rasend geschwinde entlang der borkigen Rinde einer duftenden Linde oder auch Tamarinde und baumelt im Winde. Meine Gattin Gerlinde sagt:…
Das unvollendete Präteritum hofft auf Perfektion. Im hölzernen Satzbau vermodern die Modi. Das optimistische Futur füttert die Gegenwart. Maskulina und Feminina geben sich dem Genuss hin. Künstliche Komposita haben es…
Bei der Schneeschmelze nutzt das Unkraut das braungefrorene Gras als Tarnanzug. Schickt als Vorhut seine grünen Spitzen in den Märzenhimmel. Wenn die Aprilsonne die Wurzeln wärmt, bläst es zum Angriff.…