Morgenmond
Der trübe Schatten eines Morgenmonds? Nein, nur der Schnee, der auf die Erde schwebt. Der Nebelschleier erblühender Blumen? Nein, nur die Poesie, die auf zum Himmel lächelt. Übertragung des Gedichts…
Der trübe Schatten eines Morgenmonds? Nein, nur der Schnee, der auf die Erde schwebt. Der Nebelschleier erblühender Blumen? Nein, nur die Poesie, die auf zum Himmel lächelt. Übertragung des Gedichts…
"Erwin, hast du das gelesen?" "Ich bin schon fast eingeschlafen. Hat das nicht bis morgen Zeit?" brummt dieser. Erwin lag wie jeden Tag im gemeinsamen Bett mit dem Rücken zu…
Daheim, das war die Zimmerküchewohnung im einstöckigen Vorstadthaus. Es steht schon lang nicht mehr. Daheim, das waren die Gassen und Trottoirs im Bezirk, der gern verzögerte Schulweg. Ihre Namen sind…
Schon als Kind wollte ich Schriftsteller werden, oder besser: Dichter. Der Unterschied war mir damals noch nicht bewusst, denn alles Sprachliche schien mir zu dieser Zeit mit einem Zauber verbunden,…
Für einen kurzen goldenen Moment, wie ein seltener Wein, brandete die anmutige Stadt über ihre Grenzen; Ohne Rücksicht auf meine Herkunft, Vergessend, dass ich ein fremder Gast war, Sie beugte…
Ihr vergangenen, liebgewonnenen Tage, Könnte die Hand der Erinnerung Dein Morgenlicht, deine Abendstrahlen Aus der grauen Urne der Zeit noch einmal holen. Dann könnte dieses ruhelose Herz schweigen, Das müdgeword'ne…
Keine unterwürfige kleine Angst wird mein Wollen entmutigen Heute Morgen habe ich den festen Mut zu sagen Ich will faul sein, immer noch erobernd, Ich will die Stunden nicht in…
Das Taglicht wickelt sich aus dem Dunkel, rollt über den Horizont. In einem Ritardando noch, fädelt es sich als Dämmerung zwischen die nachttrunkenen Häuser. Die Fenster holen verschlafene Gedanken in…
Über dem Strich, der Erde und Himmel trennt und aneinander bindet, schickt der Tag seine Vorhut, um das Land zu erkunden. Noch lümmeln die Dörfer Ellbogen an Ellbogen aneinander gedrängt,…
17. Februar 2003 - 7 Uhr morgens. Sepp, der steilhangerprobte Pistenpräparierer, fluchte, als sein sonst so treuer Pistenbrummi erst beim fünften Startversuch mit einem „Pffft! Pffft!“ ein erstes Lebenszeichen von…
Als Kind war ich noch nicht sehr firm in Etymologie. Da ich mit meinen Eltern in einem typischen einstöckigen Wiener Vorstadthaus in Meidling lebte, und sich unser Leben auf Nummer…
Unter den Flügeln des Gesanges lauert am Ganges ein langes Ges. Zwischen den Noten des Liedes verkümmert indes ein müdes Des. Und während des Schlafes im Blöken des Schafes ein…
Galeriebesucher gehen von Bild zu Bild, von Objekt zu Objekt. Wenn sie davon berichten, dann erzählen sie, wie viele Bilder oder Objekte sie gesehen haben, welche sie beeindruckt und welche…
In sparsamen Augenblicken Gelingt es mir, Entfernte Gedanken Zurückzuholen. Gedanken, mit denen ich spielte Die ihre Spiele mit mir trieben, Ihr Jetzt, unerbittlich, In den Zeitstrahl brannten. Manchmal nehme ich…
Mit dir gemeinsam zu schweigen gleicht dem Lächeln eines schlafenden Kindes, dem Wunder seiner fraglosen Träume, dem sanften Atmen seines Ruhens. Mit dir gemeinsam zu schweigen ist wie ein geschenkter…
Erinnerungen sind trügerisch, aber in diesem Fall bin ich mir sicher: Ich muss so viereinhalb oder fünf Jahre gewesen sein, als ich lernte, das Wort Gold mit etwas Konkretem zu…
Du standest nach langer Wanderung Am Ufer deines Flusses, Wie ich am Ufer meines Flusses stand. Müde geworden und schweigsam Tauchten wir beide in die Fluten, Suchten die Tiefe und…